Neuen Württembergischen Zeitung (NWZ)
CHRISTINE BÖHM | 21.01.2012
Rechberghausen. Das Rechberghäuser Bürgerparlament hat nun über die Finanzen des Jahres 2012 diskutiert. Grund zur Sorge gab es dabei nicht. Gleich mehrere Gemeinderäte sprachen zufrieden von einem "soliden Haushalt".
Gut war die Stimmung am Donnerstagabend in der Sitzung der Rechberghäuser Gemeinderats. Die Räte hatten auch allen Grund dazu. In der mehrstündigen Sitzung diskutierten die Bürgervertreter über den Haushalt für das Jahr 2012. Rechberghausen steht gut da: "Wir bewegen uns in ruhigem Fahrwasser mit den Gemeindefinanzen. Uns ist aber durchaus bewusst, wie schnell das umschlagen kann", sagte Herbert Cammerer, der Kämmerer. In diesem Jahr muss die Gemeinde keinen Kredit aufnehmen. Aus den Rücklagen wird eine halbe Million entnommen. Der Verwaltungshaushalt hat ein Gesamtvolumen von 9 306 800 Euro, der Vermögenshaushalt ein Volumen von 1 728 500 Euro. Der Kämmerer warnte das Gremium davor, nun in Euphorie zu verfallen, auch wenn das Ergebnis sehr erfreulich sei.
Auch die Vertreter der einzelnen Fraktionen meldeten sich zu Wort. Helmuth Hofbauer (CDU): "Die Finanzkrise ist inzwischen zu einer globalen Krise geworden." Doch Rechberghausen stehe gut da. Die positive Zuführungsrate sei ein Zeichen dafür, dass der Haushalt als solide bezeichnet werden könne. "Das Tal der Tränen liegt für den Augenblick hinter uns."
"Die finanzielle Situation hat sich gebessert", stellte auch Markus Malcher von den Unabhängigen Bürgern (UB) in seiner Rede fest. Seine Fraktion begrüßt es, dass die Verwaltung nun die bereits im vergangenen Jahr vorgesehenen Projekte, so zum Beispiel die Sanierung der Grundschule und den Ausbau der Kleinkindbetreuung, auch so im Haushalt vorsieht.
Jürgen Rummel (SPD) zeigte sich ebenso zufrieden mit der Haushaltsplanung. Er stellte die Anträge seiner Fraktion vor, die beispielsweise keinen Bedarf sieht, 40 000 Euro für eine neue Bühnentechnik im Haug-Erkinger-Festsaal einzustellen. Martina Zeller-Mühleis (Grüne) bezeichnete den Haushalt als "übersichtlich und überschaubar". Allerdings kritisierte sie auch, dass die Gemeinde nur wenige direkt bestimmbare Einnahmen habe.
45 Anträge aus den einzelnen Fraktionen wurden anschließend durchgesprochen. Die UB forderte, dass die Verwaltung das Verkehrsproblem am Staufers-Markt und dem Kreisverkehr an der Kulturmühle löse. Das Gremium entschied, den Technischen Ausschuss darüber beraten zu lassen. Auch das Thema Dirtpark wurde von Grünen und CDU angesprochen. Zeller-Mühleis forderte, die Investition von 9000 Euro zu streichen und das Konzept neu zu überdenken. Das Gremium stimmte dem Vorschlag zu. Auch für das Jugendhaus "Static" hatten beide Fraktionen einen neuen Ansatz angeregt. Die Unabhängigen Bürger sprachen sich für eine seniorengerechte Ortsmitte aus. Auch darüber soll der Technische Ausschuss sprechen.