Die SPD im Östlichen Schurwald

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Verkehrskonzeption der Region Stuttgart - Auswirkungen auf den östlichen Schurwald mit Regionalrat Jürgen Lämmle

Veröffentlicht am 09.05.2012 in Ortsverein

Bei ihrer letzten Veranstaltung am 9. Mai konnte die SPD im östlichen Schurwald Ministerialdirektor Jürgen Lämmle als Referenten begrüßen. Jürgen Lämmle ist Kreisrat und Mitglied des Regionalverbandes der Region Stuttgart und dort für die SPD-Fraktion Mitglied im Verkehrsausschuss, welcher für die regionale Verkehrsplanung und den regional bedeutsamen Öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist.

Zu Beginn ging Jürgen Lämmle auf die Situation des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Göppingen ein. Seit Jahren sind sich alle Fraktionen in der Regionalversammlung einig, dass der Landkreis Göppingen die Möglichkeit zur Integration in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und zu einem S-Bahn-Anschluss hat. Das einzige was bisher fehlt, ist eine klare Aussage des Kreistags des Landkreis Göppingens. Insbesondere die konservativen Fraktionen CDU und Freie Wähler winden sich seit Jahren um die Entscheidung. Kreisrat Benjamin Christian betonte, dass die stetig steigende Fahrgastzahlen und die positive Entwicklung entlang der S-Bahn-Strecken für sich sprechen. Der Landkreis Göppingen ist in der Region Stuttgart bei Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplätzen und Wirtschaft Schlusslicht, man müsse endlich den Anschluss an die Region Stuttgart schaffen. Der Rechberghäuser Gemeinderat Jürgen Rummel erwähnte die hohen Kosten und Nachteile die Berufsschülern und Studenten entstehen, die aus dem Landkreis Göppingen in das VVS-Gebiet wollen oder aus der Region Stuttgart Bildungseinrichtungen im Landkreis Göppingen besuchen. Abschließend wies Lämmle darauf hin, dass der S-Bahn-Anschluss für den Landkreis Göppingen nur eines von sechs angedachten S-Bahn-Projekten ist. „Niemand wartet auf uns, wir müssen endlich handeln“, so der Regionalrat.

Ein weiteres Thema, dass im speziellen den östlichen Schurwald betrifft ist die B297 und deren Belastung durch den überregionalen Schwerlastverkehr.
Jürgen Lämmle ging zunächst auf die Hauptgründe für den zunehmenden Schwerlastverkehr ein. Neben der generellen Zunahme des LKW-Verkehrs gehört hier besonders die Entscheidung der Stadt Stuttgart ihr Gebiet für den Schwerlastverkehr zu sperren dazu. Des weiteren gehören Mautumfahrer sowie durch PKW-Navis fehlgeleiteter LKWs zu den Hauptursachen.
Jürgen Lämmle betonte, dass er deshalb reagierte und im März 2011 in der Regionalversammlung eine Konzeption für die Schurwaldquerungen beantragte. Im Oktober kam es auf Druck der SPD-Fraktion zu einer breit angelegten Verkehrszählung. Hierbei kristallisierte sich die Verbindung Schorndorf-Uhingen sowie die B297 als stark belastete Strecken heraus. Die Zählung zeigte für die B297 überdurchschnittlich hohe Werte: 8% des Verkehrs ist Schwerlastverkehr und 50% davon ist überregional. Nach dieser Verkehrszählung wurde dann die Sperrung für den nächtlichen Schwerlastverkehr durchgesetzt.
Der Rechberghäuser Gemeinderat Thomas Möck ist beruflich als Verkehrspolizist mit dem Thema Schwerlastverkehr beschäftigt. Er rechnete vor, wie es sich für eine Spedition lohnen kann die Mautstrecken über die B297 zu umfahren. Dies gilt auch beim Nachtfahrverbot, da die mögliche Ersparnis höher als die Strafe ist.
Jürgen Lämmle erklärte, dass die Möglichkeiten der Region Stuttgart nun ausgeschöpft sind und eine Vollsperrung für den überregionalen Schwerlastverkehr nicht möglich ist, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Die Möglichkeit für Ausweichstrecken wie die B297 ebenfalls eine LKW-Maut zu verlangen ist bisher vom Bund nicht vorgesehen.